NiZn- und Lithium-Akkus als Batterie-Ersatz für Eve Thermo und tado Thermostate

  • Quelle: https://www.sir-apfelot.de/niz…d-tado-thermostate-33055/

  • Diese Li-Akkus sehen wirklich interessant aus, aber ein Händler der, (bei den AAA) nicht weiß, ob diese nun 900mAh oder 3500mAh enthalten, ist aus meiner Sicht leider nicht seriös genug, als dass ich bei Ihm so ein sensibles Teil kaufen würde, sorry.


    Die Technik ist natürlich verlockend!

    Günstige Akkus, die auch noch ohne spezielles Ladegerät geladen werden können... :love:


    Nur, Li-Ion Akkus sind potentielle kleine Brandbomben, auch wenn wir diese alle jeden Tag nutzen! :evil:

    Wenn dann noch die Li-Ion Technik mit der Batterieform und Nutzung gepaart wird, man also hier einen Akku hat, der leicht vom Tisch rollt, der je nach Anwendung auch mal Stößen und Schlägen (z.B. Mag-Light) ausgesetzt sein kann, und der dann auch noch seine Ladebuchse so eingebaut hat, dass hier bei unvorsichtiger Nutzung bei jedem (leicht verkanteten) Einstecken und Herausziehen des Steckers ein potentieller Druck auf den Akku ausgeübt wird, und diesen dadurch (langsam) schädigt, dann würde ich persönlich davon Abstand nehmen, so etwas in mein Haus "einzubauen", und hier einen potentiellen Brandherd zu schaffen, der unbemerkt zündeln kann.

    Die wenigsten machen sich leider Gedanken darüber, welche Gefahren von der Lithiumtechnik ausgehen kann, und daher sind diese Akkus für die meisten Menschen wohl eher nicht geeignet... :(

  • Hallo Ulli! ich habe schon NiMH-Akkus mit so einem eingebauten Micro-USB Stecker. Das funktioniert wunderbar. Und da die Akkuhülle auch recht robust ist, kann man die locker vom Tisch fallen lassen, ohne das etwas kaputtgeht.


    Das mit den 900 oder 3500 ist vermutlich das Problem, dass bei "normalen" Akkus immer mAh angegeben werden. Bei NiZn und Lithium Akkus geben sie dagegen gerne mWh an, weil das "mehr" ist als "mAh". Die Leute vergleichen die Zahlen und sehen, der eine Akku hat 2500 mAh und der andere "nur" 900 mAh. Dass er aber auch mehr Spannung hat und damit ungefähr gleichviel mWh wie der andere, das entgeht den meisten Verbrauchern. Und scheinbar ist der Händler selbst davon verwirrt. :D


    Ich habe mir mal ein Päckchen bestellt und werde die Tage berichten, wie die so sind. Ich mache auch den Tisch-Boden-Droptest. ;-)

  • Um sicherzustellen, das ich mich nicht missverständlich ausgedrückt habe, nochmal etwas deutlicher.

    Ein beschädigter Li-Akku kann explodieren!!

    Ein beschädigter Li-Akku wird ziemlich sicher einen Brand mit guten 1000 Grad verursachen, der nur mit speziellen Kenntnissen gelöscht werden kann!


    Das besonders türkische ist, ein solcher Brand kann sich auch erst Stunden oder Tage/Wochen später entwickeln, je nach spezifischem Schadensbild!

    Dazu kommt, dass diese Akkus sehr empfindlich auf hohe und tiefe Temperaturen reagieren, und eine spezielle Lagerung und Entsorgung benötigen!


    Also, bitte keine Li-Akkus „vom Tisch fallen lassen“, oder sonst wie misshandeln oder beschädigen, wenn Du nicht das oben beschriebene bewusst auslösen willst!


    Darüber hinaus benötigt die Lithium-Technik eine ganze Reihe von Sicherheitsvorkehrungen im Akku, um die davon ausgehenden Gefahren einzudämmen!

    Es kommen aber immer wieder (Austausch)-Akkus auf den Markt, in denen diese Techniken nicht verbaut sind, weil die Hersteller hier sparen wollen!

    Daher würde ich solche Akkus ausschließlich von seriösen, bekannten, Herstellern kaufen, und nicht von einem, der die Amazon Artikelseite offensichtlich mit Google-Translate übersetzt hat, und keine Ahnung hat, wie viel Energie der Akku nun enthält!

    Das ist nicht trivial, und macht für mich deutlich, dass es dem Anbieter an notwendiger Sorgfalt fehlt!

  • Hallo Ulli! Als Quadrocopter- und Oktokopter-Flieger bin ich mit den Lipos seit vielen Jahren vertraut und kann berichten, dass die Gefahr dann gegeben ist, wenn es intern einen Kurzschluss gibt. Das passiert, wenn der Akku fest punktuell gedrückt wird. Wenn ich eine kleine Rundzelle vom Tisch fallen lasse, ist da nicht genug Energie, um die Metallhülle zu beschädigen. Da müsste der Akku schon ungeschickt auf eine harte Kante auf den Boden fallen, damit das passiert (zB die Kante einer Treppenstufe). Tiefe Temperaturen machen den Dingern auch wenig. Man kann dann eben nur nicht die maximale Leistung abrufen. Aus dem Grund gibt es solche Heizkoffer, in denen die Modellflieger ihre Lipos warm halten.

    Aber klar. Sie sind schon "gefährlicher" als NiMH Zellen und wer sich sowas kauft, sollte darüber informiert sein. Da bin ich ganz bei dir.

  • Moin,

    ob die Energie ausreicht, um die Zelle zu beschädigen, oder nicht, wirst Du dann herausfinden, wenn Sie Dir nach so einer Aktion schlimmstenfalls plötzlich in der Hand hochgeht, oder möglicherweise nach ein paar Tagen unbemerktem oxidieren, plötzlich das Haus in Brand steckt!

    Es liegt aber eben nicht in Deiner Hand, ob dies passiert, oder nicht, wenn Du die Zelle irgendwo fallen lässt, sie ungewöhnlich gedrückt wird, oder z.B. durch das leicht verkantete einsetzen des Steckers immer wieder einer falschen Bewegung ausgesetzt wird.

    Es liegt auch nicht in Deiner Hand, wenn bei so einer Aktion die interne Elektronik beschädigt wird, und so einen internen Kurzschluss, ebenfalls mit Brand- und Explosionsgefahr, verursacht.

    Und es liegt, beim Kauf aus quasi x-beliebiger Quelle, auch nicht in Deiner Hand, ob der Akku überhaupt die notwenige Technik hat, um ihn schon unter normalen Bedingungen im Zaume zu halten, vor allem dann, wenn z.B. ein chinesisches "Skalierwerk" ihn hergestellt hat.

    Was ich damit sagen will, die Dinger haben sicherlich für eine Reihe von Anwendungen eine Daseinsberechtigung, diese Anwendungen haben aber alle eines gemein, nämlich dass sie in Geräten und Umgebungen stattfinden, die vom Nutzer wenig Manipulation ausgesetzt sind, und die in aller Regel "pfleglich" behandelt werden.

    Es hat seinen Grund, warum vor 5 Jahren plötzlich keine Samsung Galaxy mehr fliegen durften, oder warum Apple einen gewissen Aufwand betreibt, um zu verhindern das Akkus von Drittherstellern eingebaut werden.

    Das liegt nicht an den paar Euro, die mit einem Ersatzakku zu verdienen sind, sondern am gewaltigen Imageschaden, wenn ein Akku eines Drittherstellers mal wieder das iPhone schmort, und das dann als Beschwerde gegen Apple wieder im Netz kursiert!

    Die tatsächliche Gefahr bei niedrigen Temperaturen besteht übrigens nicht primär in der Tiefenentladung, sondern in (Luft-)Feuchtigkeit die unbemerkt in die Hülle eindringen kann, und dann bei Kälte durch Ausdehnung kleinste Schäden verursachen kann, die dann zur Oxidation und damit zum Brand führen.

    Ich beschäftige mich seit rund 20 Jahren berufsbegleitend mit den Gefahren von Lithium-Akkus!

    Ich habe auch schon ein paar Mal miterlebt, wie so ein Akku in Flammen aufging, davon selber zweimal als echtem Notfall, mit entsprechender Gefährdung von Menschenleben.

    Wir hatten vor ein paar Jahren ein interessantes Meeting in Montreal dazu, da hielt ein Mitarbeiter einer amerikanischen Behörde für Produktsicherheit einen Vortrag über die Gefahren.

    Dem Mann fehlten der Ring- und der Mittelfinger der rechten Hand, weil er einen Versuchsaufbau mit Lithium-Akkus aus RC-Cars vorbereiten wollte. Der (wohlgemerkt zu dem Zeitpunkt fabrikneue) Akku, ist dem Mann in der Hand regelrecht explodiert, mit den dann für uns alle sichtbaren Folgen. Der hätte vorher auch nicht gedacht, dass ihm so etwas passieren würde...

    Es hat seinen Grund, warum die Dinger z.B. in Flugzeugen, nur in der Menge beschränkt, und wenn dann nur noch direkt "am Mann" erlaubt sind, damit nämlich jemand frühzeitig laut schreit, wenn sich so ein Dingen entzündet, oder explodiert.

    Und wenn das passiert, ist das löschen, oder besser "im Zaume halten" (weil löschen nicht möglich ist!) eine "echte Freude"...! :evil:

  • Hallo Ulli! Ich kann und möchte dem nichts entgegensetzen. Die DInger sind natürlich gefährlich, aber – wenn ich mich nicht täusche – sind die Lithium Zellen auch in jeder Powerbank. Und da geht niemand sehr pfleglich mit um. Und ich habe auch sehr viele aus Chinabuden und noch keine ist abgeraucht. Ich könnte mir vorstellen, dass die schon halbwegs brauchbare elektronische Schaltungen haben, die solche Überlastungen verhindern. Gegen einen Knick in der Zelle mit anschließendem Kurzschluss gibt es da sicher wenig Elektronik. Da hilft nur eine "Rüstung", die die mechanische Energie abfängt. Aber ok… ich habe die Akkus nun sowieso bestellt und teste sie ein bisschen. Ob ich sie hinwerfe, überlege ich nochmal. :/^^

  • Klar gehören auch Powerbanks dazu!

    Die brennen ja auch immer wieder schön, und werden dann in hundert Tausenden zurück gerufen, wie z.B. bei Amazon vor einigen Jahren!

    Und nur weil Dir noch keine selber, bei den tatsächlich verhältnismäßig wenigen, die Du zu Hause hast, "abgeraucht" ist, bedeutet das nicht, das es nicht jederzeit passieren kann, vor allem wenn man welche "aus Chinabuden" hast, und hierbei nicht auf Qualität geachtet wird, sondern eher auf den Preis!


    Google doch einfach mal nach Akku (oder auch Powerpack) und Brand/Explosion, da bekommst Du reichlich Treffer, teilweise auch mit beeindruckenden Videos von sich plötzlich entzündeten Rucksäcken etc., aber eben auch viele Treffer von Sicherheitsbehörden, Genossenschaften usw. die vor den großen Gefahren im Umgang mit den Dingern warnen.


    In der Holzverarbeitung gilt es beim Ölen von Hölzern (z.B. mit Leinöl) darauf zu achten, wie der benutzte Lappen, oder noch schlimmer Schwamm, anschließend trocknet.

    Es wird empfohlen diesen in ein luftdichtes Glas zu packen, ausgebreitet an der frischen Luft zu trocknen, oder gleich in den Werkstattofen zu werfen.

    Das Problem auch hier, beim Trocknen reagiert das Öl mit Sauerstoff in einer exothermen Reaktion, es entsteht Wärme, und wenn die nicht entweichen kann, etwas weil der Lappen zusammengeknüllt irgendwo in der Ecke liegt, kann das auch hier einen Brand verursachen.

    Das ist vielfach bekannt, und es gibt unzählige Warnungen (z.B. auf jeder Dose Leinölfirnis) davor.

    Da dies ein häufiges Thema ist, gibt es auch unzählige YouTuber, die immer wieder Videos davon zu drehen versuchen, wie so ein Lappen in Brand gerät.

    In den meisten Fällen misslingt dies in den Videos, was dann leider häufig zum Schluss führt, dass das nur eine "Urban Legend" ist, und an dieser nichts dran ist!

    Und dennoch brennen jedes Jahr in Deutschland mehrere Schreinereien ab, weil sich genau auf diese Art und Weise Lappen entzündet haben.


    Ein Kurzschluss ist für einen Lithium-Akku übrigens nur eine mögliche Ursache für einen Brand. Eine andere ist einfach ein winziger Schaden in der Hülle, der Sauerstoff, und/oder Feuchtigkeit an das Lithium gelangen lässt.

    Im ersten Fall findet dann eine Oxydation statt, und das Lithium verbrennt. Im zweiten Fall gibt es eine exotherme Reaktion, die 1000 Grad und mehr erzeugen kann, was dann aufgrund der umgebenden Materialien ebenfalls zum Brand führt. Ist die Feuchtigkeit dann verdampft, kann das Restlithium auch noch mit dem dann verfügbaren Luftsauerstoff reagieren, wobei allerdings bei der Reaktion ohnehin Sauerstoff freigesetzt wird, weswegen ein Brand nur sehr schwer zu löschen ist, er kann praktisch nur mit den richtigen Mitteln (z.B. Wasserbehälter) eingedämmt werden, und man wartet dann ab, bis die Reaktion beendet ist. Nimmt man ihn dann zu früh dort hinaus, geht es einfach wieder von vorne los.


    Was übrigens chinesische Fabriken angeht, so können die wirklich mit hervorragender Qualität produzieren, das Ding, an dem ich gerade schreibe, kommt schließlich aus so einer Fabrik!

    Es gibt dort aber vielfach eine Besonderheit, nämlich die "skalierte Produktion".

    Eine Fabrik kann dabei, quasi auf dem selben Band, das gleiche Produkt in unterschiedlichen Qualitätsstufen "herstellen", mit anderen Worten, der Ausschuss wird weiterverwendet, und einfach unter einem anderen Label günstiger vermarktet.

    Das kann man bei Amazon, oder vor allem AliBaba, immer wieder sehr schön bei verschiedensten Produkten aus China beobachten, wo das offensichtlich gleiche Produkt mit unterschiedlichen Labeln verkauft wird, und teilweise zu deutlichen Preisunterschieden.

  • Ok, das mit der Oxidation war mir noch nicht bekannt, leuchtet aber ein. Vielleicht brauche ich mal einen Schwung Lipotaschen für die ganzen Powerbanks, die hier so rumfliegen. :(


    Wir haben ziemlich viele Holzböden, da kommen so kleine Bruzzel-Powerbanks nicht so gut.


    Dank dir auch nochmal für deinen unermüdlichen Einsatz hier im Forum. Du bist immer schneller als ich. :D

  • Wobei man Lithium besser löschen kann als Öl- oder Fettbrände: man benötigt sehr schnell sehr viel Wasser. Und nach dem ersten Löschen legt man den Akku in Wasser, dann ist man safe. Es wird ja auch eine Panik gemacht bei Elektroautos - hier hat die Feuerwehr kaum mehr Probleme. Außer dass sie bei Verbrenner meist erst eintreffen, wenn das Auto in Vollbrand ist, oder womöglich schon abgebrannt. Und dass man halt einen Tesla nicht in einer Wasserschüssel unterbringt - muss man dann in einen oben offenen 20-Fuss-Container legen.

    Aber es stimmt: bei Lithium-Akkus muss man mehr Vorsicht walten lassen. Und man kann es nicht voraussehen, ob der Akku innen beschädigt ist.

Recent Activities

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!